Du prüfst deine KI-Sichtbarkeit, indem du die Fragen deiner Kunden in ChatGPT, Gemini und Perplexity stellst und mitschreibst, ob dein Unternehmen genannt und ob deine Website verlinkt wird. Eine einzelne Antwort sagt wenig, denn KI-Antworten schwanken. Wiederhole den Test deshalb mit denselben Fragen und halte Datum und Ergebnis fest.
Was du eigentlich messen willst
Wenn ein Kunde ChatGPT fragt „Welcher Elektriker in Rheine macht Notdienst?“, bekommt er keine Trefferliste. Er bekommt eine zusammengefasste Antwort mit einigen Unternehmen und manchmal mit Links. Ob du darin vorkommst, kannst du prüfen. Dafür brauchst du keine Spezialsoftware, sondern Disziplin.
Miss zwei Dinge getrennt:
- Nennung: Dein Unternehmen steht mit Namen in der Antwort.
- Quelle: Ein Link in der Antwort führt auf deine Website.
Beides ist nicht dasselbe. Eine Nennung ohne Link bringt keinen Besucher, kann aber den Ausschlag geben, wen ein Kunde anruft. Ein Link ohne Nennung kommt vor, wenn die KI deine Seite als Beleg nutzt. Schreibe beides getrennt auf.
Schritt 1: Sammle die Fragen deiner Kunden
Schreibe zehn bis fünfzehn Fragen auf, so wie Kunden sie stellen, bevor sie dich kennen. Drei Arten helfen:
- Leistung mit Ort: „Welche Steuerberaterin in Coesfeld hilft bei der Gründung einer GmbH?“
- Problem: „Mein Dach tropft nach dem Sturm. An wen wende ich mich in Nottuln?“
- Empfehlung: „Welche Physiotherapie in Münster ist gut für Rückenschmerzen?“
Lass deinen eigenen Namen weg. Du willst wissen, ob du ohne Hinweis auftauchst. Danach kannst du eine zweite Runde mit deinem Namen stellen, zum Beispiel „Was weißt du über Elektro Meier in Rheine?“ Das zeigt, was die KI über dich schreibt, auch wenn sie dich nicht von selbst nennt.
Schritt 2: Teste sauber in jedem Dienst
Stelle jede Frage in jedem Dienst, der für deine Kunden zählt. Öffne für jede Frage einen neuen Chat, damit frühere Gespräche die Antwort nicht färben.
| Dienst | So testest du | Was zum Zugang bekannt ist |
|---|---|---|
| ChatGPT | Frage mit eingeschalteter Suche stellen | Der Crawler OAI-SearchBot entscheidet laut OpenAI, ob deine Website in den Antworten der ChatGPT-Suche erscheint. |
| Gemini | Frage im Gemini-Chat stellen | Prüfe, dass der Googlebot deine Seiten lesen darf. |
| Perplexity | Frage stellen und die Quellenliste ansehen | Der Crawler PerplexityBot zeigt Websites in der Suche von Perplexity. |
| Suche mit Übersicht mit KI und KI-Modus | Deine Seite muss im Google-Index stehen. Mehr dazu im Artikel zum Google KI-Modus. |
Ein Crawler ist ein Programm, das Websites abruft und liest. Ob ein Dienst seine Quellen im Chat anzeigt, ändert sich mit den Funktionen der Anbieter. Schau deshalb bei jedem Test nach, ob Links zu sehen sind.
Variiere die Formulierung. Stelle dieselbe Absicht kurz („Elektriker Rheine“), als ganzen Satz und einmal ohne Ortsnamen. Kunden tippen unterschiedlich. Wenn du nur bei einer Schreibweise auftauchst, ist das ein Hinweis darauf, wie fest deine Sichtbarkeit steht.
Schritt 3: Führe ein Protokoll
Eine Tabelle genügt. Lege eine Zeile je Frage und Dienst an und notiere:
- Datum und Uhrzeit
- Dienst und Wortlaut der Frage
- genannte Unternehmen, in der Reihenfolge der Antwort
- ob du genannt wirst
- ob ein Link auf deine Website führt
- welche Seiten und Wettbewerber als Quellen auftauchen
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Eine Elektrofirma stellt zwölf Fragen in drei Diensten und wiederholt jede Frage dreimal. Das ergibt 108 Antworten. Danach zählt sie, in wie vielen davon sie genannt wird. Den Anteil rechnet sie aus. Diese Zahl ist ihr Startstand. Sie ist nicht schön, aber sie ist ehrlich.
Schritt 4: Wiederhole und vergleiche
Google weist darauf hin, dass KI-Antworten Fehler enthalten können. Rechne deshalb damit, dass dieselbe Frage nicht jedes Mal dieselbe Antwort liefert. Eine einzelne Antwort ist ein Zufallsfund. Erst die Wiederholung zeigt ein Muster.
Teste in gleichen Abständen und mit denselben Fragen. Ändere zwischen zwei Tests nicht zu viel auf einmal, sonst weißt du nicht, was gewirkt hat. Der Vergleich zweier Durchgänge zeigt, ob deine Änderungen etwas bewegt haben.
So liest du dein Ergebnis
Die folgende Tabelle ist eine Deutung, kein Befund der Anbieter. Sie hilft dir, die nächsten Schritte zu ordnen.
| Befund im Protokoll | Mögliche Lesart | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Nie genannt und nie verlinkt | Zugang gesperrt oder zu wenig eigene Inhalte | robots.txt und Seite je Leistung prüfen |
| Genannt, aber ohne Link | Dein Name ist bekannt, deine Website dient nicht als Beleg | Leistungsseiten mit eigenen Erfahrungen ausbauen |
| Link, aber ohne Nennung | Die Seite dient als Beleg, dein Name geht unter | Name und Ort klar auf die Seite schreiben |
| Wettbewerber stehen vorn | Sie erfüllen die Frage besser oder sind bekannter | Quellen der Wettbewerber ansehen |
Was Google und Bing selbst messen
Zwei Anbieter liefern eigene Berichte, die dein Protokoll ergänzen.
- Google Search Console: Der Bericht zu generativen KI-Funktionen zeigt Impressionen deiner Website in KI-Übersichten und im KI-Modus, nach Seite, Land, Datum und Gerät. Nach Angabe von Google erscheint der Bericht nicht, wenn zu wenige Impressionen zusammenkommen.
- Bing Webmaster Tools: Der Bericht „AI Performance“ (öffentliche Vorschau) zeigt, wie oft Inhalte deiner Website in Antworten von Microsoft Copilot und in KI-Zusammenfassungen von Bing als Quelle erscheinen.
Für ChatGPT und Perplexity ist uns im Oktober 2026 kein vergleichbarer Bericht für Website-Betreiber bekannt. Diese beiden misst du über dein Protokoll.
Wenn du nirgends vorkommst
Prüfe zuerst den Zugang. Öffne deine-domain.de/robots.txt und suche nach OAI-SearchBot und PerplexityBot. Steht dort „Disallow: /“, hast du die Crawler ausgesperrt. Laut OpenAI und Perplexity dauert es nach einer Änderung bis zu 24 Stunden, bis sie wirkt. Wie du die Datei liest, steht im Artikel zu robots.txt und llms.txt.
Danach lohnt der Blick auf die Grundlagen: ein vollständiges Google Unternehmensprofil, eine eigene Seite je Leistung mit Ort und echte Bewertungen. Warum das für KI und klassische Suche gilt, erklärt der Artikel GEO und SEO. Wie ChatGPT im Besonderen funktioniert, steht in ChatGPT SEO.
Ehrliche Grenzen
- Kein Test zeigt, wie oft Menschen deine Fragen wirklich stellen.
- Die Anbieter legen nicht offen, wie sie Quellen auswählen. Eine Nennung lässt sich nicht erzwingen oder zusagen.
- Ein Test von deinem Rechner kann sich von dem deines Kunden unterscheiden, zum Beispiel beim Ort.
Was du jetzt tun kannst
- Schreibe zehn Kundenfragen auf, ohne deinen Namen.
- Stelle sie in ChatGPT, Gemini und Perplexity und trage die Ergebnisse in eine Tabelle ein.
- Prüfe die robots.txt auf gesperrte Such-Crawler.
- Wiederhole den Test nach jeder größeren Änderung.
Wenn du das nicht von Hand machen willst: Das Audit Deine Ausgangslage (390 € netto) zeigt dir, wo dein Unternehmen heute in den KI-Antworten steht. RankMeister stellt solche Fragen danach laufend und zeigt dir die Entwicklung.
Quellen
- OpenAI: Übersicht der Crawler von OpenAI (Dokumentation)
- Perplexity: Perplexity Crawlers (Dokumentation)
- Google Suche-Hilfe: Übersichten mit KI, Informationen in der Google Suche schneller und einfacher finden
- Google Search Console Hilfe: Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen
- Microsoft Bing Webmaster Blog: Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools, 10.02.2026