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Lokale Suche

Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen, ohne gegen Regeln zu verstoßen?

Von Oliver Leifken 6 Min. Lesezeit

RankMeister-Ansicht mit Platzierungen bei Google
Kurz gesagt

Du bekommst mehr Google-Bewertungen, indem du alle Kunden nach einem abgeschlossenen Auftrag bitten lässt, über deinen Google-Link oder einen QR-Code eine ehrliche Rezension zu schreiben. Verboten sind Gegenleistungen wie Rabatte, das Aussortieren zufriedener Kunden, Vorgaben zum Inhalt und das Löschen oder Ändern von Rezensionen. Verstöße können dein Unternehmensprofil einschränken.

Warum Bewertungen zählen

Bewertungen sind für viele Kunden der letzte Prüfpunkt, bevor sie anrufen. Sie sind auch ein Signal für Google. Laut Google-Hilfe wirken sich Anzahl und Bewertung der Rezensionen auf die Bekanntheit eines Unternehmens aus und damit auf das lokale Ranking. Ranking heißt hier die Reihenfolge der Unternehmen in der lokalen Suche. Mehr zu den Faktoren: Local SEO.

Der Grundsatz von Google ist klar. Rezensionen müssen auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen. Alles, was daran rüttelt, ist riskant.

Was erlaubt ist und was nicht

Du darfst Kunden bitten, eine Rezension zu schreiben. Das nennt Google ausdrücklich: Kunden können über einen Google-Link oder einen QR-Code eine Rezension hinterlassen. Dafür müssen sie in einem Google-Konto angemeldet sein.

Erlaubt Nicht erlaubt
Alle Kunden per Link oder QR-Code um eine ehrliche Rezension bitten Nur zufriedene Kunden gezielt ansprechen und andere auslassen
Freundlich daran erinnern, ohne Druck Kunden vor Ort zu einer Rezension drängen
Dem Kunden freistellen, was er schreibt Inhalte vorgeben, zum Beispiel einen Mitarbeiternamen
Auf jede Rezension sachlich antworten Rezensionen ändern oder die Entfernung negativer Rezensionen kaufen
Verstöße gegen die Richtlinien melden Rabatt, Gutschein oder Geschenk als Gegenleistung

Das Auswählen nur zufriedener Kunden heißt in der Google-Richtlinie „Review Gating“. Google erlaubt, echte Rezensionen zu erbitten, solange du weder Anreize bietest noch Wertung oder Inhalt beeinflussen willst.

Was Google ausdrücklich verbietet

  1. Anreize. Rabatte, kostenlose Leistungen oder Zahlungen für eine Rezension sind tabu. Auch kostenlose Waren oder Leistungen als Dank zählen dazu. Bewertungen, die wegen eines Anreizes entstehen, werden laut Richtlinie als Manipulation entfernt.
  2. Selektives Bitten. Du darfst negative Rezensionen nicht abschrecken und positive nicht herauspicken.
  3. Interessenkonflikte. Rezensionen von Mitarbeitern, ehemaligen Mitarbeitern, Familie oder Geschäftspartnern sind nicht erlaubt.
  4. Vorgaben an Mitarbeiter. Sie dürfen keine feste Zahl an Rezensionen einsammeln und keine Rezensionen mit bestimmtem Inhalt erbitten.
  5. Manipulation. Gekaufte Rezensionen, mehrere Konten einer Person und das Ändern oder Entfernen negativer Rezensionen zählen als gefälschte Interaktion.

Bei Verstößen drohen laut Google Einschränkungen für das Unternehmensprofil. Der Schaden ist größer als der Nutzen einiger zusätzlicher Sterne.

So gehst du Schritt für Schritt vor

  1. Hole dir den Link. Im Unternehmensprofil gibt es einen Google-Link und einen QR-Code für Rezensionen. Die Anleitung steht in der Hilfe von Google. Teste den Link auf deinem Handy.
  2. Wähle den Zeitpunkt. Frage nach, wenn der Auftrag abgeschlossen ist und der Kunde das Ergebnis gesehen hat. Ein Schornsteinfeger bittet nach dem Termin, eine Physiotherapie nach der Behandlungsserie, eine Steuerkanzlei nach der erledigten Erklärung.
  3. Bitte alle Kunden. Schicke die Bitte an jeden, nicht nur an die erkennbar Zufriedenen.
  4. Mach es einfach. Eine Mail oder Nachricht mit Link, ein QR-Code auf der Rechnung oder ein Aufkleber im Eingangsbereich.
  5. Setze keinen Druck. Eine Bitte ist keine Bedingung. Kein Kunde muss vor Ort bewerten.
  6. Antworte auf jede Rezension. Das zeigt Wertschätzung und wird von Google empfohlen.

Ein Textbeispiel für die Bitte

„Hallo Frau Beispiel, danke für Ihr Vertrauen. Wenn Sie mögen, schreiben Sie uns auf Google ein paar Zeilen zu Ihren Erfahrungen. Hier ist der Link: [Link]. Ehrliches Feedback hilft uns und anderen Kunden. Beste Grüße, Elektro Meier.“

Der Text bietet nichts an und gibt keinen Inhalt vor. Er nennt auch keine Sterne.

So baust du die Bitte in den Alltag ein

Eine Bitte, die jemand vergessen kann, wird vergessen. Verankere sie deshalb in einem festen Schritt, den es ohnehin gibt:

Unternehmen Fester Schritt Wo die Bitte steht
Installateur Übergabe nach der Montage Im Übergabeprotokoll oder in der Abschluss-Mail
Steuerkanzlei Versand der fertigen Erklärung In der Mail mit den Unterlagen
Physiotherapie Letzter Termin einer Serie Auf der Terminkarte oder in der Erinnerung
Malerunternehmen Abnahme der Baustelle Auf der Rechnung als QR-Code

Gib deinem Team einen Grundsatz mit: Wir bitten alle, wir drängen niemanden, wir bieten nichts an. Gib keine Zahl vor, wie viele Rezensionen jemand einholen soll. Auch das untersagt Google.

Du kannst auch frühere Kunden bitten, solange sie echte Erfahrungen mit dir gemacht haben. Gilt die Bitte für alle, ist sie in Ordnung.

Wie du auf Rezensionen antwortest

Antworten sind öffentlich. Halte sie freundlich, professionell und kurz. Du musst nicht auf jede Rezension öffentlich schreiben, aber wer antwortet, zeigt Wertschätzung.

Bei Kritik gilt:

  • Gib keine privaten Daten des Verfassers preis und greife ihn nicht persönlich an.
  • Zeige Verständnis und entschuldige dich, wenn es passt.
  • Biete einen direkten Kontakt an, statt den Streit öffentlich zu führen.
  • Unterschreibe mit Namen oder Initialen und antworte zeitnah.
  • Mache dem Verfasser kein Angebot in der Antwort.

Eine Rezension, die gegen die Inhaltsrichtlinien verstößt, kannst du melden. Eine Rezension, die dir nur nicht gefällt, bleibt stehen.

Was bei unfairen Rezensionen hilft

Es kommt vor, dass eine Rezension nicht zu einem Kunden gehört oder erkennbar erfunden ist. Prüfe zuerst in deinen Unterlagen, ob es den Auftrag gab. Verstößt die Rezension gegen die Inhaltsrichtlinien, melde sie über dein Profil. Verfasse nie selbst eine Gegenrezension und lass keine schreiben. Auch das wäre eine gefälschte Interaktion. Wenn die Rezension bleibt, antworte sachlich und knapp. Andere Leser achten auf deinen Ton.

Eine ehrliche Mischung wirkt echt

Google schreibt, dass eine Mischung aus positivem und negativem Feedback oft vertrauenswürdiger wirkt. Wichtiger als der Durchschnitt ist, dass deine Antworten zeigen, wie du mit Fehlern umgehst.

Wie viele Bewertungen sind genug?

Eine feste Zahl nennt Google nicht. Laut Google-Hilfe zählen Anzahl und Bewertung. Entscheidend ist, dass sie regelmäßig dazukommen und echt sind. Ein Unternehmen mit wenigen, aber aktuellen und beantworteten Rezensionen wirkt glaubwürdiger als eines mit vielen alten oder auffällig gleichen. Das ist unsere Einschätzung und keine Angabe von Google.

Was du jetzt tun kannst

  1. Hole dir Link und QR-Code aus deinem Profil.
  2. Lege eine Standardnachricht an, die niemandem etwas anbietet.
  3. Schicke sie nach jedem abgeschlossenen Auftrag an alle Kunden.
  4. Beantworte alle Rezensionen der letzten Monate, die noch offen sind.

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